Vorwort und rechtliche Anmerkungen zur Neuauflage im Internet Oktober 2002

Hefeweiß’ und Klostergold – Landpartien durchs alte und neue Bayern

Von Hamp Asenbaum und Michael Wolf

 erstmals erschienen 1983, ist inzwischen ein historisches Buch. Es stammt aus der Zeit des großen Brauereisterbens, als in Bayern insbesondere das Hefeweißbier eine für die Brauwelt völlig uninteressante Sorte darstellte. Viele Brauereien hatten keine eigene Weißbierherstellung, kauften den geringen Bedarf von Spezialbrauereien zu oder klebten eigene Etiketten auf Flaschen der wenigen verbliebenen Weißbierbrauereien.

Wir, die Autoren des Buches, haben dieses Sterben eines Wirtschaftszweiges augenzwinkernd mit dem Untergang der altbayerischen Kultur überhaupt gleichgesetzt. Die These von der Identität der Weißbierkultur mit Bayern war damals noch ziemlich exotisch, aber wir haben uns fünf Jahre lang auf die Spurensuche nach den Resten dieser Kultur gemacht. Frech, frisch und mit studentischem Witz sind wir von Sudkessel zu Sudkessel durch die bayerische Geschichte gehüpft und haben das hohe Lied der Vielfalt nicht nur in brautechnischer Hinsicht gesungen.

Obwohl das Buch –eindeutig im Lager der Kleinbrauer anzusiedeln- bei so mancher Großbrauerei aneckte, hat es der W.Ludwig Verlag, damals der führende Bavarica Verlag, herausgebracht und in mehreren Auflagen reichlich verkauft. Wir danken dem Verleger Wilhelm Ludwig, und dem damaligen Verlagsleiter Ernst Krammer-Keck für seinen Mut und den guten Riecher, obwohl er gar kein Weißbierfan ist. Zahlreiche Zeitungsartikel und Rundfunksendungen haben die Öffentlichkeit mit unserer Weißbier-Kultur-These bekannt gemacht, auch die Brauwirtschaft selbst hat sich in ihrer wichtigsten Zeitschrift „Brauwelt“ damit auseinandergesetzt. Brauereichefs konsultierten uns und Werbeagenturen folgten dem neuen Trend. Slogans und Bildmotive, die Weißbier mit barocker Kultur gleichsetzten, wurden die Regel. „Ein Bier wie Bayern“ wurde von jedermann verstanden. Unsere These hat gewirkt.

Heute gibt es schätzungsweise die dreifache Menge an Weißbiersorten in Bayern. Nicht nur die Zahl, sondern auch die Qualität, hat sich stark gesteigert. Es gibt heute einen Variantenreichtum an Geschmacksnoten, Färbungen und Spritzigkeiten, von dem wir vor 20 Jahren nicht zu träumen gewagt hätten. Selbst Großbrauereien stellen heutzutage Sorten her, die dem damaligen Spitzenstand alle Ehre machen würden. Weißbier ist inzwischen deutschlandweit ein Begriff, und auf der ganzen Welt gibt es wohl keinen Ferienort mit vielen deutschen Urlaubern, an dem Weißbier im Angebot fehlt. Eine Situation, gegen die jeder Brausachverständige vor 20 Jahren seinen Job verwettet hätte.

Nachdem das Buch schon lange nicht mehr greifbar ist, nutzen wir nun die Möglichkeiten des Internets für eine Wiederauflage, die sich öffnen soll für die inzwischen eingetretenen Veränderungen in der Weißbierlandschaft.

Wir fügen zunächst einige Fotos und Illustrationen bei, die im Taschenbuch nicht möglich waren.

Außerdem bitten wir die verehrte Leserschaft bitten um Anmerkungen und Aktualisierungen per E-Mail, die wir in internetgerechter Form mit dem hier wiedergegebenen Urtext verlinken werden, sodass das Werk allmählich wieder auf den aktuellen Stand kommen kann. Auf gut Bayerisch: Wir haben den Sud ins Netz gesetzt, jetzt geben Sie bitte die Hefe dazu.

Es ist eigentlich selbstverständlich, aber aus rechtlichen Gründen sei es ausdrücklich gesagt: Alle Kommentare und Darstellungen des Urtextes sind streng subjektiver Natur und entsprechen objektiv und subjektiv dem Stand von 1983. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass insbesondere geäußerte Kritiken in der heutigen Zeit zumeist nicht mehr zutreffen.

Und nun: Vui Spass mit dem Weißbierklasssiker.

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